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Chronik

Sachsen in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945

Sachsen unterm Hakenkreuz

Im Zuge der »Gleichschaltung der Länder« wird der Hitlervertraute Martin Mutschmann Reichsstatthalter von Sachsen. Am 30. Januar 1934 hört der Freistaat Sachsen staatsrechtlich auf zu bestehen, nachdem die Landesregierung unter Abtretung der Hoheitsrechte dem Reich unterstellt wurde. Unter Mutschmann, einem der mächtigsten Landespolitiker des nationalsozialistischen Deutschlands, kommt es ab Oktober 1938 in Sachsen zu Massendeportationen tausender Juden. Sachsen war jedoch auch ein Hauptschauplatz des Widerstandes gegen die Nationalsozialisten. So gehörte beispielsweise die Leipziger Schumann-Engert-Kresse-Gruppe in den Jahren 1943/44 zu den aktivsten Widerstandsgruppen Deutschlands. Im Zweiten Weltkrieg erleidet Sachsen schwere Verluste, wobei die Zerstörung Dresdens als besonderes Symbol des Krieges in die Geschichte eingeht.

 

10. März 1933 Absetzung der Regierung auf Grundlage der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat (28.2.); Manfred von Killinger (NSDAP) wird zum Reichskommissar ernannt.

Mai 1933 Mit der »Gleichschaltung der Länder« wird Sachsen dem NSDAP-Reichsstatthalter Martin Mutschmann unterstellt. Von Killinger wird Ministerpräsident.

30. Januar 1934 Auf der Grundlage des Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches wird der Landtag aufgelöst. Die Landesregierung wird unter Abtretung der Hoheitsrechte der Reichsregierung unterstellt. Damit hört der Freistaat Sachsen staatsrechtlich auf zu bestehen.

Ab 1934 Ihre politischen Gegner in Sachsen sperren die Nationalsozialisten unter anderem in den Zuchthäusern Bautzen und Waldheim und im Militärgefängnis Torgau ein. In Bernburg und Pirna-Sonnenstein finden im Rahmen der Euthanasiemaßnahmen zehntausende behinderte Menschen den Tod. Konzentrationslager befinden sich u.a. auf der Burg Hohnstein, der Festung Königstein und der Festung Colditz. Mit der Abschiebung von 5.000 Leipziger Juden (hier lebten 15.000 von insgesamt 23.000 sächsischen Juden) nach Polen beginnen im Oktober 1938 die Massendeportationen.

1939-1945 Im Zweiten Weltkrieg erleidet Sachsen schwere Verluste an Menschenleben und Kulturgütern. Besonderes Symbol des Krieges ist die Zerstörung Dresdens (13. bis 15. Februar 1945).

April/Mai 1945 Besetzung durch sowjetische, teilweise auch amerikanische (bis 1. Juli 1945) Truppen

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Weitere Informationen zur Geschichte Sachsens

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Sächsisches Staatsarchiv

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