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Sachsens Kabinette und Regierungen von 1918 bis heute

Männer und Frauen stehen auf einer Treppe in der Halle eines alten Gebäudes.
Das Mitglieder des sächsischen Kabinetts  © Nikolai Schmidt

In Sachsen gab es seit dem Beginn der Weimarer Republik 1918 29 verschiedene Kabinette und Regierungen. Während in der Weimarer Republik und im neu gegründeten Freistaat Sachsen nach 1990 Kabinette als demokratisch legitimierte Regierungen bestanden, war Sachsen unter der Herrschaft des Nationalismus und in der DDR-Zeit von zentral gesteuerten Regierungs- und Verwaltungsstrukturen geprägt.

Kabinette in der Weimarer Republik (1918–1933)

Die Republik Sachsen wurde am 10. November 1918 von Herrmann Fleißner im Dresdner Zirkus Sarrasani ausgerufen. Drei Tage später trat der sächsische König Friedrich August III. auf Schloss Guteborn bei Ruhland offiziell zurück. Angeblich rief er dabei: »Macht euern Dregg alleene!« Am 15. November 1918 übernimmt mit dem »Rat der Volksbeauftragten« die erste sächsische Staatsregierung die Staatsgewalt. Der Freistaat Sachsen wird gegründet und erhält eine eigene Verfassung. Am 2. Februar 1919 wurde die Sächsische Volkskammer gewählt.

Ende 1923 kommt es im gesamten Deutschen Reich wegen der Inflation zu heftigen Ausschreitungen. Der Ausnahmezustand wird verhängt und der Freistaat Sachsen wird durch Reichstruppen besetzt, um eine linksrevolutionäre Erhebung zu verhindern. Nach der Übergangsregierung von Alfred Fellisch gibt es erst im Januar 1924 mit dem Kabinett von Max Wilhelm August Heldt wieder eine gewählte Regierung. Aufgrund starker Differenzen in der sozialdemokratischen Regierungspartei ändert sich mehrfach die Zusammensetzung der Regierung. Der sogenannte »Sachsenstreit« gipfelt 1926 in der Gründung der ASPD durch Max Heldt.

Regierungen in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)

Durch die Gleichschaltung während des Nationalsozialismus wird Sachsen ab 1933 unter die Reichsstatthalterschaft von Martin Mutschmann gestellt. Bis 1935 ist Manfred von Killinger durch den Reichsstatthalter als Ministerpräsident eingesetzt.

Regierungen während der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR (1945–1990)

Das Land Sachsen war ab 1945 Teil der Sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der Deutschen Demokratischen Republik. 1952 wurden in einer zentralistischen Verwaltungsreform die fünf Länder der DDR aufgelöst. An ihre Stelle traten für die folgenden 38 Jahre die 14 Bezirke der DDR.

Kabinette der Sächsischen Staatsregierungen seit 1990

Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde der Freistaat Sachsen neu gegründet. Die Landtagswahlen vom 14. Oktober gewann Kurt Biedenkopf. Am 9. November 1990 war der Freistaat erstmals in einer Sitzung des Deutschen Bundesrates vertreten und wirkt seither an der gesamtdeutschen Bundespolitik mit.

Sächsische Staatsregierungen:

  • 1990–1994: Kabinett Kurt Biedenkopf I (CDU)
  • 1994–1999: Kabinett Kurt Biedenkopf II (CDU)
  • 1999–2002: Kabinett Kurt Biedenkopf III (CDU)
  • 2002–2004: Kabinett Georg Milbradt I (CDU)
  • 2004–2008: Kabinett Georg Milbradt II (CDU/SPD)
  • 2008–2009: Kabinett Stanislaw Tillich I (CDU/SPD)
  • 2009–2014: Kabinett Stanislaw Tillich II (CDU/FDP)
  • 2014–2017: Kabinett Stanislaw Tillich III (CDU/SPD)
  • 2017–2019: Kabinett Michael Kretschmer I (CDU/SPD)
  • 2019–2024: Kabinett Michael Kretschmer II (CDU/Grüne/SPD)
  • Seit 2024: Kabinett Michael Kretschmer III (CDU/SPD)
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